VitalTrend

Rana perezi – der iberische Wasserfrosch auf Gran Canaria

- Von Roland - in: Anura (Froschlurche)

Post image for Rana perezi – der iberische Wasserfrosch auf Gran Canaria

Obwohl man auf Gran Canaria keine Amphibien vermutet, hat es neben dem Mittelmeer-Laubfrosch (Hyla meridionalis) mit Hilfe des Menschen noch ein Frosch geschafft, sich auf der Insel anzusiedeln, der iberische Wasserfrosch. Vor langer Zeit eingeschleppt, behauptet er sich hartnäckig und ist in Stauseen, kleinen Tümpeln, Wasserreservoirs, Viehtränken oder auch kleinen stehenden Seitenarmen von Bachläufen anzutreffen. Rana perezi bevorzugt in der Regel stehende Gewässer und will immer ein wenig Sonne und Wärme.

Rana perezi (iberischer Wasserfrosch). Fundort  Moya April 2009   Foto © 2009 Roland Weimer EurProBiol

Rana perezi (iberischer Wasserfrosch). Fundort Moya April 2009 Foto © 2009 Roland Weimer EurProBiol

Systematik

  • Klasse:    Amphibia
  • Ordnung:    Anura (Froschlurche)
  • Familie:    Ranidae
  • Gattung:    Rana
  • Art:    Rana perezi (Seoane 1885)

Verbreitung
Rana perezi der Iberische Wasserfrosch ist, wie der Name schon sagt, einer der häufigsten Frösche Spaniens. Auch in Südfrankreich ist er anzutreffen. Auf den kanarischen Inseln, auf den Azoren und Madeira wurde er durch den Menschen eingeschleppt.

Beschreibung
Rana perezi sieht nicht immer gleich aus und variiert stark. Eine Verwechslung mit anderen Wasserfröschen ist ausgeschlossen, da er der einzige Vertreter der Wasserfrösche auf Gran Canaria ist. Ich habe hier Frösche in der Größe von 4 bis 9 cm gesehen. Die Oberseite ist braun, graubraun oder grünlich. Am häufigsten ist die bräunliche Färbung anzutreffen. Die Weibchen sind größer als die Männchen. Neben der unregelmäßigen dunklen Fleckenzeichnung findet sich dorsal eine hellere Mittellinie. Die Männchen haben eine Schallblase auf beiden Seiten und bilden zur Paarungszeit Brunstschwielen aus. Zum Vergleich können Sie auch auf dieser Seite Rana pipiens oder Rana taylori ansehen.

Lebensweise
Rana perezi ist wie alle Wasserfrösche an Gewässer gebunden und lebt das ganze Jahr über in Stauseen, kleinen Tümpeln, Wasserreservoirs, Viehtränken oder auch kleinen stehenden Seitenarmen von Bachläufen auf Gran Canaria. Dort wo ein Ufer geboten wird, kann man die Frösche in der Sonne sitzen sehen, denn Rana perezi ist ein wärmeliebender Frosch. Er flüchtet stets ins Wasser, wo er sofort untertaucht und erst Minuten später wieder auftaucht. Rana perezi ist stark anpassungsfähig, was die Wasserqualität angeht. Das Nahrungspektrum ist sehr groß und schließt auch Beute unter Wasser ein, prinzipiell alles was sich bewegt und geschluckt werden kann. Hier auf Gran Canaria ist Rana perezi entsprechend der höheren Temperaturen ganzjährig anzutreffen. Die Paarungszeit jedoch beginnt erst in den wärmeren Monaten ab Ende Mai. Nach erfolgreichem Amplexus werden Laichballen unter Wasser abgelegt. Die Zahl der Eier variiert nach Alter, Größe und Ernährungszustand der Weibchen. Man konnte bei Wasserfröschen im Laich eines einzigen Weibchens über 12 000 Eier zählen.
Nachdem die Kaulquappen mit ca 4mm Größe geschlüpft sind, wachsen diese im warmen Wasser der Sommermonate zu beachtlicher Größe heran und gehen nach ca 3 – 4 Monaten in die Metamorphose. Die natürlichen Feinde des Rana perezi auf Gran Canaria sind recht spärlich vertreten. Hauptsächlich dürften es Raubvögel sein.

Besonderheiten Der Ruf des iberischen Wasserfrosche erinnert mich ein wenig an den auch in Deutschland vorkommenden Seefrosch (Rana ridibunda).

Rana perezi (iberischer Wasserfrosch)

Rana perezi (iberischer Wasserfrosch)

Biotop: Rana perezi (iberischer Wasserfrosch)

Biotop: Rana perezi (iberischer Wasserfrosch)

Diesen Artikel/Seite: Druckenzu den FavoritenVersendenKommentierenVerlinken