VitalTrend

Tatort: Barranco del Pino gordo. Thomisius onustus (gehöckerte Krabbenspinne) auf Gran Canaria.

- Von Roland - in: Arachnida (Spinnentiere), Thomisidae (Krabbenspinnen)

Post image for Tatort: Barranco del Pino gordo. Thomisius onustus (gehöckerte Krabbenspinne) auf Gran Canaria.

Thomisius onustus, die gehöckerte Krabbenspinne, gehört in die Familie Thomisidae. Eine mit über 2000 Arten weltweit sehr artenreiche Familie. Zur Gattung Thomisius gehört nur eine Art, Thomisius onustus während sich die restlichen auf weitere 163 Gattungen aufteilen. Die Krabbenspinnen gehören zu den Dionycha, die im Gegensatz zu den Trionycha nur zwei Tarsalklauen besitzen.

Thomisius onustus (gehöckerte Krabbenspinne). Tatort Barranco del Pino gordo  Gran Canaria März 2009

Thomisius onustus (gehöckerte Krabbenspinne). Tatort Barranco del Pino gordo Gran Canaria März 2009. Eine seltene Beobachtung: Die Beute wird mit langen Vorderbeinen ergriffen und gebissen. Normalerweise in den Hals. Unsere Krabbenspinne im Bild ist bereits einen Schritt weiter und hat den Falter erneut oder an der Fangbißstelle gepackt. Nun beginnt die extratestinale Verflüssigung mit anschließendem Aussaugen der Beute. Foto © 2009 Roland Weimer EurProBiol

Die mittlere Tarsalklaue, welche zur Fadenführung wichtig wäre, ist nicht ausgebildet. Zu den Dionycha (Zwei Klauenspinnen) gehören 16 Familien. Diese Spinnen, mit exzellenten Sinnesorganen und größter Schnelligkeit ausgestattet, jagen Ihre Beute aktiv zum Beispiel durch Springen, Laufen, Schleichen etc. Zwei weitere bekannte und ebenso faszinierende Familien der Dionycha sind die Salticidae (Springspinnen) und die Clubionidae (Sackspinnen). Die in deutschen Gärten vor allem im Frühjahr sehr häufig auftretenden Wolfspinnen jagen Ihre Beute zwar aktiv, gehören jedoch zu den Trionycha. Die Krabbenspinnen spinnen keine Netze sondern lauern Ihre Beute auf. Thomisius onustus vor allem dort wo Insekten Nektar suchen, auf Blüten. Namensgebend für die Familie der Krabbenspinnen ist die Größe und Haltung der Beinpaare, die an eine Krabbe erinnert. Das vordere Beinpaar ist mehrfach so lang wie die hinteren Beinpaare und wird in Lauerstellung aufgespannt zur Seite gehalten.

Keine Sorge. Giftschlangen, Skorpione u. gefährliche Spinnen gibt es nicht auf Gran Canaria.

Thomisius onustus (gehöckerte Krabbenspinne)

Thomisius onustus (gehöckerte Krabbenspinne)

Systematik

  • Klasse:    Arachnida
  • Ordnung:    Araneae (Webspinnen)
  • Unterordnung:    Araneomorphae (echte Webspinnen) – Entelegyne
  • Gattung:    Thomisius
  • Art:    Thomisius onustus (Carl Jakob Sundevall 1833)
Thomisius onustus (gehöckerte Krabbenspinne). Fundort  Barranco del Pino gordo  Gran Canaria März 2009     Foto © 2009 Roland Weimer EurProBiol

Thomisius onustus (gehöckerte Krabbenspinne). Fundort Barranco del Pino gordo Gran Canaria März 2009 Foto © 2009 Roland Weimer EurProBiol

Verbreitung
Thomisius onustus, die gehöckerte Krabbenspinne, ist weltweit von den gemäßigten bis in die Tropen verbreitet und kommt dort vor allem in trockenen, warmen und waldarmen Gebieten vor.

Beschreibung
Thomisius onustus wird ca 3,5 bis 10mm (Weibchen) lang. Der Körper besitzt mehrere Höcker und Vertiefungen. Unser Exemplar auf dem Foto ist einfarbig weißgrau. Die Farbe hängt jedoch vom Untergrund der Blüte ab und kann der Blütenfarbe angepasst werden. Auffällig ist der dreieckig ausgebildete Hinterkörper und die krabbenartig angewinkelten langen Vorderbeine.

Lebensweise
Thomisius onustus ist ein Lauerjäger, der auf Blüten wie zum Beispiel einer Distelblüte auf Beutetiere wartet. Zur Beute gehören auch Bienen und Wespen. In unserem Bild ein Tagfalter der Gattung Rapis. Die gute Farbanpassung der Spinne, die vom Innneren der Blüte kaum zu unterscheiden ist, wird durch eine UV reflektierende Oberfläche noch verstärkt. Die Beute wird mit langen Vorderbeinen ergriffen und gebissen. Normalerweise in den Hals. Unsere Krabbenspinne im Bild ist bereits einen Schritt weiter und hat den Falter erneut oder an der Fangbißstelle gepackt. Nun beginnt die extratestinale Verflüssigung mit anschließendem Aussaugen der Beute.

Besonderheiten In Deutschland stark gefährdet.

Fundort von Thomisius onustus

Fundort von Thomisius onustus

Diesen Artikel/Seite: Druckenzu den FavoritenVersendenKommentierenVerlinken