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Der Schmutzgeier (Neophron percnopterus) ein Greifvogel aus der Familie der Accipitridae (Habichtartige) auf den kanarischen Inseln.

- Von Roland - in: Accipitridae (Habichtartige), Vögel

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Die Familie der Accipitridae gehört zu den Greifvögeln den Falconiformes und hat über 238 Arten aufgeteilt in 66 Gattungen. Man denke an Bussarde, Milane, Habichte, Sperber, Adler und viele Geier. Der Schmutzgeier wird zu der Unterfamilie der Gypaetinae gezählt, zu der auch die Palmgeier, Schlangenhabichte und Bartgeier gehören.

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Neophron percnopterus (Schmutzgeier) (Guirre) Fundort kanarische Inseln. Foto von César-Javier Palacios

Der Schmutzgeier auf den kanarischen Inseln muß als eine Unterart angesehen werden.

Der Schmutzgeier ist ein nicht endemischer Greifvogel, der auf den kanarischen und den kapverdischen Inseln nistet. Er kommt in ganz Afrika vor und auch in Teilen Asiens und Europas. Allerdings muß man erwähnen, daß der kanarische Guirre unter Umständen als eine Unterart des Neophron percnopterus angesehen werden muß. Dazu gibt es Studien der Estacion Biologica de Donana (CSIC).

Systematik
Klasse Aves
Ordnung Falconiformes (Greifvögel)
Familie Accipitridae (Habichtartige)
Unterfamilie Gypaetinae
Gattung Neophron (Schmutzgeier)
Art Neophron percnopterus (Vieillot 1816)

Der Schmutzgeier kann bis zu 40 Jahre alt werden.

Dieser beeindruckende Greifvogel wird 60 – 70 cm groß, bringt es auf eine Flügel-Spannweite von 158-163 cm und ein Gewicht von 1900g bis 2850g. Die Weibchen legen 1-3 Eier, meist 2 und brüten 42 Tage. Die Jungen entwickeln sich innerhalb von 75 Tagen. Der Schmutzgeier kann bis zu 40 Jahre alt werden und wird mit ca 5 Jahren geschlechtsreif. Der kanarische Schmutzgeier kann laut einer Studie der Estacion Biologica de Donana (CSIC) als eine Unterart von Neophron percnopterus angesehen werden. Er ist größer als der afrikanische und wiegt ca 26% mehr. Die Schwanzfedern sind um 9% länger. Die Vögel sind rötlicher und sesshaft. Der Vergleich der mitochondrialen DNA bringt einen signifikanten Unterschied.

Lebensweise, Besonderheiten und Schutz. 1980 gab es dann nur noch 5 Exemplare auf Gran Canaria.

Der Schmutzgeier ist innerhalb seiner Familie der kleinste und wohl anpassungsfähigste an seine Nahrung. Er frisst beinahe alle Kadaver, Insekten, Reptilien und auch Hausmüll. Ein Drittel der europäischen Population lebt in Spanien. Die Populationen gehen weltweit stark zurück aus den verschiedensten Gründen. Die größte Population bestand bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts auf Gran Canaria und auf Teneriffa. Auf den anderen kanarischen Inseln war er weniger häufig zu finden. Bis 1950 blieben die Populationen auf Gran Canaria halbwegs stabil. Ab dann begann auf Gran Canaria eine starke Industrialisierung, begleitet von einem ansteigenden Tourismus und einer Bevölkerungszunahme. Auch die unkontrollierte Nutzung von Pestiziden in der Landwirtschaft dezimierte die Geier. Einer der Hauptgründe für das Verschwinden der Schmutzgeier waren die elektrischen Hochspannungsleitungen. Aufgrund Ihrer Größe berühren die Flügel das Metall der Trägerkonstruktion und gleichzeitig die Kabel. An zweiter Stelle kommt die Vergiftung durch Kadaver. Viele Schädlinge werden in der Landwirtschaft mit starken Giften bekämpft. Da der Schmutzgeier die Fähigkeit hat aus ca 500m Höhe ein 1 Centimeter großes Stück Aas zu sehen, findet er natürlich auch alle toten Kleintier in der Landwirtschaft. Gleich an dritter Stelle stehen dann die Bleivergiftungen durch Gewehrschrot der Jagd. Die Geier fressen die Kadaver mit dem Schrot. Nicht zuletzt wurde der Lebensraum der Schmutzgeier immer weiter eingeschränkt. Die Schmutzgeier wurden weniger und damit wurde die genetische Variabilität eingeschränkt und Inzucht machte den Schmutzgeiern zu schaffen. Zu erwähnen ist auch, daß die Paare immer unproduktiver wurden, weniger Eier legten und ebenfalls weniger Jungvögel schlüpften. 1980 gab es dann nur noch 5 Exemplare auf Gran Canaria. Das letzte Jungtier schlüpfte auf Teneriffa im Jahre 1979. Ähnliches passierte auf den anderen Inseln. Heute gibt es die Schmutzgeier nur noch auf Fuerteventura und dort arbeitet eine Gruppe von engagierten Naturschützern (http://www.alimochefuerteventura.com) für das Überleben der letzten Schmutzgeier auf den kanarischen Insel. Aktuell gibt es noch ca 150 Exemplare auf Fuerteventura und ein Paar auf Lanzarote.

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