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“Wandern” im Hondo Cañon und hoch zum Arco Coronadero auf Gran Canaria.

- Von Roland - in: Wanderrouten

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Der Barranco Hondo ist eines der ältesten Cañons Gran Canarias und zeigt künstlerische Felsformationen, gebildet über Millionen von Jahren durch Erosion.

Der Barranco Hondo ist eines der ältesten Cañons Gran Canarias und zeigt künstlerische Felsformationen, gebildet über Millionen von Jahren durch Erosion.

Der Barranco Hondo ist ein cañonähnlicher wilder und unzugänglicher Barranco im Süden Gran Canarias. Eine sportliche Herausforderung am Rande eines wilden Bergbaches. Wir begannen die Wanderung beim Kieswerk, welches unten direkt am Eingang des Cañon liegt. Es sind nur knapp über 6 Kilometer, aber die haben es in sich. Unterschiedlichste Schwierigkeitsgrade sind zu bewältigen. Man muss von Fels zu Fels springen und ein wenig klettern. Dichte Vegetation behindert das Voranschreiten.

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Barranco Hondo auf Gran Canaria. Immer wieder muß man über den Bach, weil sonst kein Weiterkommen ist.

Barranco Hondo auf Gran Canaria. Immer wieder muß man über den Bach, weil sonst kein Weiterkommen ist.

Ist der Barranco Hondo ein Cañon ? Ein Cañon ist eine stark eingeschnittene Schlucht, die in Regionen mit horizontalen Gesteinslagen durch Erosionsprozesse entstanden ist. Die unterschiedlichen Resistenzen der Schichten führen zu unterschiedlich starker Erosion. Dadurch wird das Gestein an weichen Stellen stärker abgetragen und der Cañon entsteht. Weiter oben am Arco Coronadero sieht man deutlich Gesteinsschichten in horizontaler Lage, ob das einer geologischen Betrachtung standhält ist mehr als fraglich. Ich stelle dies aber an dieser Stelle einfach einmal zur Diskussion. Unten besteht die Möglichkeit eines Kommentars.

Cardon canario wächst hier in gewaltigen Exemplaren. Ein giftiges Wolfsmilchgewächs.

Cardon canario wächst hier in gewaltigen Exemplaren. Ein giftiges Wolfsmilchgewächs.

Der Barranco Hondo ist eines der größten Einschnitte Gran Canarias im Gebirgsmassiv Amurga, welches seinen Ursprung im ersten Vulkanzyklus Gran Canarias im Miozän hat. Barranco Hondo gehört zur ältesten Region Gran Canarias und das sieht man an der zerklüfteten und tief eingeschnittenen Schlucht mit zum Teil künstlerischen Gesteinsformationen. Ein interessantes Monument der Gesteinsformationen ist der Arco del Coronadero, der größte Steinbogen Gran Canarias. Vom Barrancogrund aus ist dieser Steinbogen nur durch einen steilen Aufstieg über die linke Flanke zu erreichen. Hier müssen die Hände zum Klettern eingesetzt werden. Die im mittleren Abschnitt des Barrancos teilweise sehr dichte xerophile Vegetation beeindruckt besonders durch majestetisch große Cardon Canario, auch Kandelaberwolfsmilch genannt. Das den Barranco herabkommende Wasser wird direkt am Barrancoeingang durch einen Wasserstollen in den weiter südlich gelegenen Stausee, den Presa de Berriel geleitet.

Wir folgen immer dem Bachlauf im Barranco Hondo.

Wir folgen immer dem Bachlauf im Barranco Hondo.

Wir beginnen unsere Tour am breiten und flachen Barrancoeingang hinter dem Kieswerk und können den ersten Blick in den spektakulären Cañon werfen. Wir wandern weiter bis zur Wasserableitung zum Stausee. Wir begegnen den ersten gewaltigen Kandelaberwolfsmilchgewächsen. Nun wandern wir immer am Rande des Bachbettes und sind immer wieder durch die schwierigen Strukturen gezwungen über den Bach auf die andere Seite zu wechseln. Rechts und links sehen wir die Felswände mit den vielen Höhlen, die sich im Laufe von Millionen von Jahren gebildet haben. Die Höhlen sind Nistplätze für Falken, Mauersegler, Tauben und viele andere Vogelarten. Die weiter unten zugänglichen wurden von Ziegenhirten für Ihr Vieh als Schutzräume weiter vertieft.

Im mittleren Abschnitt des Barranco Hondo herrscht dichte Vegetation. Hier ist kein Durchkommen mehr.

Im mittleren Abschnitt des Barranco Hondo herrscht dichte Vegetation. Hier ist kein Durchkommen mehr.

In einem regenreichen Jahr, wie diesem, fließt ein kleiner Bach den Barranco hinab und wird gegen Sommer nach und nach versiegen. Jedoch können sich einzelne Tümpel bis Ende Juni halten und man kann selbst hier, in einem der heißesten Barrancos Gran Canarias Frösche (Rana perezi) finden.

Es wird immer schwieriger dem Bachlauf zu folgen immer mehr versperren dichte Vegetation und große Felsblöcke den Weg. Wir kommen an eine Stelle, von der wir ganz oben einen Teil des Arco del Coronadero sehen können. Von hier aus ist nur noch ein kurzes Stück bis man an den steile Aufstieg zum Steinbogen kommt. Man erkennt den Aufstieg daran, daß es die einzige etwas lichtere und weniger steile Flanke ist an der man überhaupt hochsteigen kann.

Eine kleine Badebucht mit Wasserfall. Das Wasser war relativ warm im Februar 2010.

Eine kleine Badebucht mit Wasserfall. Das Wasser war relativ warm im Februar 2010.

Wir folgen den Barranco jedoch weiter und tiefer hinein, bis wir an eine Stelle kommen, wo ein kleiner Wasserfall in ein natürliches Becken herabfällt. Das Wasser war selbst im Februar erstaunlich warm und lädt zu einem erfrischendem Bad ein. Dies ist ein hervorragender Platz für ein kleines Picnic. Dann folgen wir ein kurzes Stück dem Bach entlang. Links und rechts wird die Vegetation dichter und es wäre dort kein Durchkommen mehr. Man kann sich bis zum Ende des Barranco del Hondo durchkämpfen oder an einer beliebigen Stelle umkehren.  Am Ende erwartet Sie noch ein Wasserfall. Aber um den Charakter dieses Cañon zu erfahren ist es nicht nötig bis zum Ende durchzuhalten. Problematisch ist auch ein kleiner Ranker, der praktisch im ganzen Barranco wächst und kleine blutende Wunden mit seinen winzigen kaum sichtbaren Stacheln in Arme und Beine reißt. Es ist in jedem Fall empfehlenswert lange Hemden und lange Hosen zu tragen. Wir kehren um und gehen bis zur Stelle an der wir unseren steilen Aufstieg zum Arco del Coronadero beginnen. Konzentration ist hier erforderlich, etwas Kletterbegabung, körperliche Kontrolle, ein guter Gleichgewichtssinn, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Selbstüberschätzung ist hier fehl am Platze. Es ist steil aber nicht unmöglich für einen geübten Wanderer.

Unzugängliches Gelände im Barrancogrund.

Unzugängliches Gelände im Barrancogrund.

Oben angekommen gehen wir nach links weiter und kommen dann auf eine Anhöhe. Direkt unter der Anhöhe barrancoabwärts sieht man den Arco del Coronadero. Seien Sie informiert, daß man den Arco von oben nicht sehen kann. Nur unmittelbar auf dem Steinbogen selbst sieht man diesen. Also wenn man schon draufsteht. Links vom Steinbogen barrancoaufwärts kann man ein wenig abwärts steigen und dann ein Foto dieser beeindruckenden durch Wind, Wasser und Erosion entstandenen Naturkonstruktion machen. Vorsicht das ist gefährlich, hier geht es richtig abwärts.

Der Arco del Coronadero, der größte Steinbogen Gran Canarias.

Der Arco del Coronadero, der größte Steinbogen Gran Canarias. Hier sieht man deutlich die horizontalen Gesteinslagen.

Die Vegetation wird geprägt von Cardon Canario (Euphorbia canariensis), Euphorbia balsamifera, Rumex lunaria, Periploca laevigata, Asphodelis aestivus, Sonchus acaulis, Agave americanus, Opuntia dillenii, Plocama pendula, diverse Aeoniumarten etc. etc.

Viele Höhlen sind im Laufe der Millionen von Jahren entstanden.

Viele Höhlen sind im Laufe der Millionen von Jahren entstanden.

Es ist immer gut vor dem Beginn der Wanderung seine Familie zu informieren wo man wandern will. Am besten man geht nicht alleine. Es gibt keinen Handyempfang im Barranco. Starten Sie früh am morgen und nicht in der Mittagshitze. Nehmen Sie mindestens 2 Liter Wasser mit und etwas zu essen. Wenn Sie nicht mehr können, kehren Sie um. Wenn heftige Regenfälle vorrausgesagt sind und der Barranco plötzlich steigendes Wasser hat, könnte es zu lange dauern (bis zu 2 h) bis Sie wieder aus dem Barranco rauskommen. Sie müssten dann unter Umständen die Felswände oder das geröllartige unzugängliche Gelände rechts oder links hochsteigen um sich vor dem Wasser in Sicherheit zu bringen. Besser ist es gutes Wetter für die Tour abzuwarten. Wir haben gesehen, daß dieses Jahr der Wasserstand kurzzeitig sehr hoch gewesen sein muß, so daß bestimmte Stellen im Barranco unpassierbar waren. Wenn man Gummistiefel mitnimmt, kann man sich so manche waghalsige Aktion am Bachufer sparen und einfach durch den Bachgrund laufen.

Im Hondo Canon mit Blick in den hinteren Teil.

Im Hondo Canon mit Blick in den hinteren Teil.

Diese Tour kann man nicht buchen. Es kommt keine Gruppe zusammen, weil nur Sportler oder sehr sportliche Wanderer das bewältigen können. Es ist schwierig eine Gruppe mit den gleichen Fähigkeiten zusammenzubringen. Wenn Sie wollen können Sie eine individuelle Einzelwanderung oder zu zweit buchen. >>>




Fotogalerie einer Tour durch den Barranco Hondo und hoch zum Arco del Coronadero. zum schnellen Bildwechsel ziehen Sie die Maus über das Bild

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