VitalTrend

Der Erdbeerbaum auf Gran Canaria (Arbutus Canariensis)

- Von Roland - in: Bäume

Post image for Der Erdbeerbaum auf Gran Canaria (Arbutus Canariensis)
Ab Oktober kann man beim Wandern selten die knallorangenen Früchte des kanarischen Erdbeerbaum finden.

Ab Oktober kann man beim Wandern selten die knallorangenen Früchte des kanarischen Erdbeerbaum finden.

Beim Wandern auf Gran Canaria trifft man selten auf den kanarischen Erdbeerbaum. Madroño heißt auf Spanisch Erdbeerbaum und seine kleinen Früchte erinnern ein wenig an Mini-Orangen oder Mini-Mandarinen, haben aber mit Citrusfrüchten nichts zu tun. Den Namen Erdbeerbaum erhielt der Arbutus Canariensis, so heißt er auf lateinisch, von den kastilischen Eroberern, die wohl eine Erdbeere in Ihrem ganzen Leben nicht gesehen hatten. Die Namensgebung für den volkstümlichen Gebrauch ist noch lange nicht abgeschlossen. Derzeit wird immer wieder ein Vergleich mit den massiv goldenen Äpfeln aus den Gärten der Hesperiden aus der griechischen Mythologie erwähnt. Die Hesperiden (Nymphen) pflegten einen Garten mit einem Baum der goldene Äpfel trug und dessen Verzehr ewige Jugend schenkt.

Die Früchte des Madroño Canariensis auf Gran Canaria.

Die Früchte des Madrono Canariensis auf Gran Canaria.

Dieser Vergleich läßt sich auf Carl von Linne, einen Systematiker aus dem 17. Jahrhundert, zurückführen, welcher die Citrusfrüchte allgemein als Hesperides bezeichnete. Ich gebe zu die kleinen knallorangenen Früchte regen die Fantasie an und sind schön anzusehen.

Ein Arbutus Canariensis auf Gran Canaria im Lagunaschutzgebiet

Ein Arbutus Canariensis auf Gran Canaria im Lagunaschutzgebiet

Was sagen die Botaniker eigentlich ? Die sagen, der kanarische Erdbeerbaum gehört zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae), wächst im Nebelwald bzw. in der Lorbeerwaldregion, ist endemisch und steht auf der Liste der gefährdeten Arten.

Arbutus Canariensis ist ein Baum der bis zu 8m hoch werden kann und seine glatte, rotbraune Rinde ist ein sehr deutliches Erkennungsmerkmal. Die frischen Triebe sind drüsig behaart. Die Blätter sind lang, lanzettähnlich und zwischen 8-15 cm lang und 2-3 cm breit. Der Blattstiel ist ca 2cm lang. Die Blattoberseite ist schwach behaart. Die Blatt-Mittelnervatur ist leicht rötlich. Die Blütenrispen sind behaart und haben ebenfalls Drüsen. Die 2-3 cm großen knallorangenen Früchte haben eine warzige Oberfläche und erinnern an Mini-Orangen oder Mini-Mandarinen.

Der kanarische Erdbeerbaum kommt in wenigen Exemplaren nur noch auf Gran Canaria, El Hierro, La Palma und Tenerife vor. Früher auch auf Fuerteventura. Nicht nur im Nebelwald bzw. im Monteverde kann er wachsen sondern auch in trockenen Gebieten. Dort bleibt er vermutlich kleiner. Bei Güimar auf Gran Canaria kann man immer noch viele Madroños sehen.

Die Blüten von Arbutus Canariensis auf Gran Canaria.

Die Blüten von Arbutus Canariensis auf Gran Canaria.

Früher muß der Madroño wohl ein häufiger Baum gewesen sein, so wird von Webb (ein Privatgelehrter) und Berthelot (ein französischer Konsul) von einem großen Vorkommen im Barranco de Badajoz auf Tenerife berichtet. Die Erforschung der kanarischen Pflanzenwelt begann mit diesen beiden im Jahre 1828.

In Europa wächst der Arbutus unedo. Dort werden die Früchte zu Likör, Wein und Gelee verarbeitet. Es gibt Hinweise auf eine Hybridisierung von Arbutus unedo mit A. canariensis.

Die Früchte des Madroño auf Gran Canaria haben eine warzige Oberfläche.

Die Früchte des Madrono auf Gran Canaria haben eine warzige Oberfläche.

Die essbaren Früchte schmecken säuerlich, teilweise süßlich mit einem ganz leicht bitteren Beigeschmack und haben entweder viel Stärke oder Gerbsäure, die sich auf der Zunge rauh anfühlt. Erst wenn die Früchte reifer und weicher sind läßt dieses rauhe Geschmackserlebnis nach. Man kann Likör und Marmelade daraus machen. Die Früchte werden von Vögeln und anderen Tieren gefressen. Viel darf man von diesen Früchten nicht essen, weil diese Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen hervorrufen können. Im Oktober ist Erntezeit für die Früchte und im Februar ist die Blütezeit. Der Madrono läßt sich über Samen und Ableger vermehren und wächst unkompliziert.

Das gegen Holzkäfer anfällige Holz ist jedoch sehr schön strukturiert und wurde auch als er noch häufiger verbreitet war, handwerklich verarbeitet.

Diesen Artikel/Seite: Druckenzu den FavoritenVersendenKommentierenVerlinken