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Wandern im größten Schutzgebiet, dem Parque Rural El Nublo auf Gran Canaria

- Von Roland - in: Naturschutzgebiete, Wanderrouten

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Parque Rural El Nublo

Parque Rural El Nublo

Für den Wanderer ist dieses Schutzgebiet eines der interessantesten auf Gran Canaria. Aber man muß Zeit mitbringen und sich auf längere Wanderungen einstellen. Die reiche Flora und Fauna läßt vieles beim Wandern entdecken. Vor allem Kiefernwälder und Wolfsmilchgewächse dominieren hier. Über 170 Pflanzenarten zählt man und davon sind 53 endemisch. Der Parque Rural El Nublo bietet dem Pinzon Azul, dem Fischadler und verschiedenen Falkenarten ein Rückzugsgebiet. Wichtig ist der Parque Rural El Nublo auch für die Grundwasserbildung und Bodenbildung auf Gran Canaria.

Blick auf den gefüllten Soria See. Beim Wandern auf Gran Canaria.

Blick auf den gefüllten Soria See. Beim Wandern auf Gran Canaria.

Vor dem Wasserfall mit Blick abwärts in Richtung Stausee.

Vor dem Wasserfall mit Blick abwärts in Richtung Soria-See.

Parques Rurales oder rurale Naturparks sind Naturlandschaften, die landwirtschaftlich genutzt werden aber ebenso eine besondere ökologische Bedeutung haben. Es gilt hier die vorhandenen kulturellen und natürlichen Besonderheiten zu erhalten und vor neuen schädlichen Entwicklungen zu schützen. Auf Gran Canaria gibt es zwei Parques Rurales. Den Parque Rural El Nublo und den Parque Rural Doramas. Inmitten des Parque Rural El Nublo liegt auch das Schutzgebiet Reserva Natural Integral de Inagua , welches neben dem Barranco oscuro das Naturschutzgebiet mit der höchsten Schutzstufe ist auf Gran Canaria ist.

Lavendula Blüte

Lavendula Blüte

Der Parque Rural El Nublo auf Gran Canaria ist das größte Schutzgebiet und ebenso das mit der größten Bevölkerungsdichte. Die Grenzen dieses riesigen Schutzgebietes verlaufen am Tejedabecken entlang, entlang des Barranco de Tirajana und enden im Süden bei Arguineguin und Mogan. Der Barranco von Tasartico und La Aldea liegen ebenfalls am Parque Rural El Nublo angrenzend. Über die obengenannten Gemeinden hinaus, haben auch San Mateo und Valleseco Einfluß auf das Schutzgebiet.

Eine kleine Auswahl der Tier und Pflanzenarten sei hier erwähnt: Das bekannte Aeonium simsii trifft man hier überall und selbstverständlich Margariten, die im Frühjahr die felsige Landschaft mit weißen Blüten dekorieren. Carlina canariensis ist eine orangefarbene blühende Distel, die selten zu finden oder man müsste wissen wo. Der Cheirolophus falcisectus überascht mit lilafarbenen Blüten. Wenn es langsam wärmer wird blüht der Cistus symphytifolius, eine sehr wiederstandsfähige Pflanze im Kiefernwald. Der Echium onosmifolium spectabile ist einer der auffälligsten Natternköpfe und prägt stellenweise die Flora vor allem in der Blütezeit.

Echium säumt den Weg.

Echium säumt den Weg.

Die einzeln stehende Greenovia aurea leuchtet grün an vielen unzugänglichen Hängen. Es gibt eine Vielzahl von Pflanzen der Gattungen Helianthemum, Juniperus, Lavandula, Sideritis, Silene und Teline. Im Laufe der Zeit werden hier immer wieder einige Fotos erscheinen.

Im Parqur Rural El Nublo kann man beim Wandern auch den auffälligen endemischen Käfer Lepromoris Gibba entdecken, dessen Larven sich in verschiedenen Pflanzen der Gattung Euphorbia und Kleinia entwickeln. Pomatias canariensis ist eine interessante Landschnecke, die durch ein schönes hellgelbes, weiß-gestreiftes Gehäuse auffällt. Für die Spinnenfreunde ist die pechschwarze zur Familie der Gnaphosidae gehörende Zelotes manzae zu erwähnen.

Blick auf den Stausee

Blick auf den Stausee

Die kanarische Waldohreule Asio otus canariensis (Búho chico canario) und der seltene Blaufink (Fringilla teydea polatzeki) finden hier Ihre Rückzugsgebiete und Brutplätze. Der selten gewordene Kolkrabe (Corvus corax canariensis) und die Buntspechtart (Dendrocopos major thanneri) können hier beobachtet werden. Eine kleine Hänflingart (Carduelis cannabina meadewaldoi) ist hier ebenfalls zu Hause. Eine Unterart des Mittelmeer-Raubwürgers (Lanius meridionalis koenigi) kommt hier vor. Es gibt noch viel mehr. Die Liste wird lang. Es sei nur noch der blauschwänzige Skink (Chalcides sexlineatus) und die Kanaren Rieseneidechse (Gallotia stehlini) erwähnt.

Irgendwo muß ja der viele Schafskäse herkommen.

Irgendwo muß ja der viele Schafskäse herkommen.

Der Parque Rural El Nublo ist archäologisch, kulturell und kunsthistorisch sehr interessant. Hier befinden sich viele Orte von wissenschaftlichem Interesse. Wie zum Beispiel Chira und Stausee. Los Riscos de Chapín mit den Höhlen und dem fantastischen Blick auf den Bentayga und Tejeda.  Artenara mit seinen Höhlenwohnungen. Von besonderem kulturellen Interesse sind zu erwähnen die Cuevas del Caserón und der Roque Bentayga mit den Cuevas del Rey und dem Roque Narices. In Tejeda ist ein Museum und der Parador von Tejeda. Wirtschaftlich von Bedeutung waren hier die Wasserwirtschaft, diverse Getreidewindmühlen und die Kohleherstellung.  In der Region werden die Fiesta de la Virgen de La Cuevita gefeiert und man praktiziert den Salto del Garrote.

Nochmal ein Blick auf den Stausee

Nochmal ein Blick auf den Stausee

Geomorphologisch hat der Parque Rural El Nublo einiges zu bieten. Wenn man in die riesige Caldera von Tejeda hinab oder zum Naturdenkmal Roque Noblo hinaufblickt, wird es deutlich, wie groß dieses Schutzgebiet wirklich ist. Hier begegnet man einer Landschaft mit einer einzigartigen, wilden Schönheit und ebenfalls traditionellen Dörfern, Terrassenfeldern und archäologischen Fundstätten. Ein interessanter Aussichtspunkt ist der Mirador de la Cuevita und der Mirador de la Culata. Drei Erholungsgebiete findet man direkt im Gebiet:  Area Recreativa  Cueva de Las Niñas, Area Recreativa Morro de Santiago und die Area Recreativa Llano de la Pez ein beliebter Startpunkt für Wanderungen im Gebirge.

Ein schöner gut ausgebauter Wanderweg.

Ein schöner und gut ausgebauter Wanderweg.

Der Parque Rural El Nublo ist eines der spektakulärsten Gebiete für das Studium der vulkanischen Entstehung Gran Canarias. Die ältesten Materialien findet man hier. Die Landschaft ist sehr strukturreich, weil sich hier Zeiten der Erosion mit vulkanischer Tätigkeit abwechselten. Zu den auffälligsten zählt das Zentrum von Gran Canaria La Cumbre, die Caldera von Tejeda und die Barrancos im Südosten.

Gut gefüllter Soria Stausee auf Gran Canaria.

Gut gefüllter Stausee auf Gran Canaria.

Treppen an der Stauseemauer von Soria

Treppen an der Stauseemauer von Soria

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Haben wir Sie neugierig gemacht ? Vielleicht haben Sie Lust mit uns auf eine Entdeckungsreise zu gehen. Keine Sorge wir können auch ohne zoologischen oder botanischen Informationsstreß nur die Landschaft, die Natur und den Tag genießen.

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