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Rana de San Antonio oder Mittelmeerlaubfrosch ?

Wandern zum Laubfroschbiotop auf Gran Canaria. Frage beantwortet.

Das Rätsel um den Mittelmeerlaubfrosch hat sich geklärt. Es handelt sich um den Hyla meridionalis auf Gran Canaria. Die Fotos zeigen deutlich das Fehlen des braunen Seitenstreifen und der Hüftschlinge bei ausgewachsenen Laubfröschen. - Von Roland - in: Anura (Froschlurche)

hyla meridionalis

Ein adulter Mittelmeerlaubfrosch auf Gran Canaria. Beim Wandern entdeckt. Man sieht, daß der Seitenstreifen nicht mehr vorhanden ist. Eine Hüftschlinge ist nicht zu sehen. © Fotos von Jörg Kroker.

Hyla meridionalis

Hyla meridionalis auf Gran Canaria von hinten. Diese Aufnahme zeigt deutlich, daß bei den adulten Exemplaren keine Hüftschlinge zu sehen ist. © Fotos von Jörg Kroker.

Auf einer unserer letzten Wanderungen haben wir beim  Bergdorf  Teror auf Gran Canaria Laubfrösche fotografiert, die Jörg zuvor entdeckt hatte. Beim Wandern auf Gran Canaria sollte man eigentlich Hyla meridionalis, den Mittelmeerlaubfrosch finden. Es gibt aber auch Informationen von Einheimischen, die den europäischen Laubfrosch (Hyla arborea) auf Gran Canaria vermuten lassen. Die Hüftschlinge und der braune Seitenstreifen sind die beiden wichtigsten Unterscheidungsmerkmale, die wir in unserem ersten Artikel diskutierten.

Eine Wanderung von Jörg am vorletzten Samstag im August auf Gran Canaria hat nun etwas Licht ins Dunkel gebracht. Jörg hat Adulti fotografiert.

Das ist die gute Nachricht. Die schlechte kommt am Ende. Die folgenden Fotos zeigen deutlich, daß eine Hüftschlinge nicht vorhanden ist und daß der braune Seitenstreifen sich nur bei jüngeren Laubfröschen bis über die Vorderbeinansätze hinauszieht.

hyla meridionalis jungtier

Ein Jungtier vom Mittelmeerlaubfrosch auf Gran Canaria. Hier sieht man noch den braunen Seitenstreifen, der sich langsam auswächst. © Fotos von Jörg Kroker.

Demnach handelt es sich um den Mittelmeerlaubfrosch auf Gran Canaria und nicht um den Rana de San Antonio wie zunächst angenommen.

Die schlechte Nachricht ist, daß der im folgenden Bild gezeigte Biotop am Wegesrand von einer Straßenreinigungstruppe bereinigt wurde. Es wurde das Wasser im Graben abgelassen und die am Rande stehenden Sträucher wurden abgefräst. Im Umkreis dieses Minibiotops gibt es aber noch weitere Wasserstellen wo Adulte und Jungfrösche zu finden sind. Von dort stammen auch die folgenden Aufnahmen. Vielleicht konnten sich die Jungfrösche in diesen Bereich flüchten.

biotop hyla meridionalis

Bereinigter, ehemaliger Biotop am Wegesrand auf Gran Canaria. © Fotos von Jörg Kroker.

Bei Hyla meridionalis handelt es sich um eine eingeschleppte Art und nicht um eine endemische.

Deswegen stehen diese Frösche auf Gran Canaria auch nicht unter einem besonderen kanarischen Schutz.

Sollten Sie noch Zweifel haben, dann melden Sie sich über einen Kommentar. Interessant ist, daß bei Jungtieren der lange Seitenstreifen zunächst eine Fehlbestimmung provoziert.

Diese Jugendfärbung sollte aber bekannt sein. Wir sind wieder etwas “schlauer” geworden und nun in der Lage ohne Probleme auch junge Hyla arborea von jungen Hyla meridionalis zu unterscheiden.

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