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Monumente der Anthropologie

Die Totenstadt von Arteara auf Gran Canaria. Ein Monument kanarischer Geschichte.

Die Nekropolis von Arteara, eine Totenstadt im Barranco de Fataga ist eines der größten bekannten Begräbnisstätten der Ureinwohner von Gran Canaria und befindet sich in einer der schönsten Schluchten von Gran Canaria, die zu Zeiten der Altkanaren ein Ort mit fantastischer Vegetation und Wasser im Überfluß war. - Von Roland - in: Archäologie, Geschichte, Städte und Dörfer

Totenstadt von Arteara auf Gran Canaria

Die Totenstadt von Arteara auf Gran Canaria bestand aus einer großen Anzahl von Hügelgräbern auf einem Gebiet von über 138.000 qm. Diese Nekropolis war von einer Mauer umschlossen und mit vielen kleinen Wegen durchzogen. Über 800 Tote wurden hier bestattet. Manche sprechen von 1000 - 2000 Gräbern. © Fotomontage von Roland Weimer.

Fataga Gran Canaria

Fataga auf Gran Canaria wurde zum schönsten Bergdorf Spaniens gekürt. © Foto von Roland Weimer.

Als die Ureinwohner nordafrikanischer Herkunft auf Gran Canaria ankamen, haben Sie auch den Ort besiedelt, der mehr oder weniger dem heutigen Fataga entspricht. Ca 600m über dem Meeresspiegel am Rande des Barranco de Fataga an einem kleinen Fluß, der ganzjährig Wasser führte. Der Barranco de Fataga auf Gran Canaria ist zu beiden Seiten seit der Abholzung der spanischen Eroberer heute sehr trocken. Früher sollte dieser Barranco nach den Untersuchungen von Geobotanikern einer der schönsten Landschaften Gran Canarias gewesen sein.

Der Barranco de Fataga, damals ein perfekter Ort zum Leben und Sterben

kanarisches Schwein

So könnten tatsächlich die kanarischen Schweine ausgesehen haben, die vor ca 2500 Jahren von den ersten Ureinwohnern nach Gran Canaria geschafft wurden. Im Bild sehen Sie die ursprüngliche, kanarische Rasse, das Cerdo Negro Canario, das schwarze Schwein von Gran Canaria © Foto von Jörg Kroker.

Damals mit einer fantastischen Kombination aus Xerophyten, Palmen und kanarischen Kiefern mit all der Vielfalt an Unterholz, Blumen und Sträuchern, die dieses Ökosystem mit warmen und moderaten Temperaturen hervorbrachte. Ein perfekter Ort zum Leben auf Gran Canaria obwohl damals die Lebenserwartung der Altkanaren im Norden wegen des häufigen Regen höher war als derer im Süden. Der Barranco de Fataga auf Gran Canaria war wohl eine Ausnahme durch sein damals begünstigtes Klima. Die Altkanaren dieses Ortes, mit Wasser im Überfluß, hatten bereits Ziegen und Schweine und sammelten Früchte. Daneben betrieben Sie eine intensive Landwirtschaft. Heute ist der Barranco ein Parque arqueologico.

Die Nekropolis von Arteara

Leben und Sterben gehört zusammen und so entstand die größte Totenstadt der kanarischen Inseln, Arteara, ein riesiges Territorium mit nahezu 800 Hügelgräbern, die aus den großen, rötlichen Steinen eines gewaltigen Hanges im Barranco gebaut wurden. 450m über dem Meeresspiegel breitet sich die rote Totenstadt von Arteara auf ca 138.000 Quadratmeter aus. Eine ca 1m hohe und 80cm tiefe Mauer umrandete die ganze “Stadt” dort wo keine natürlichen Strukturen die Mauer ersetzten. Viele Wege verlaufen im Inneren der Totenstadt. Die Hügelgräber waren auf einem beinahe rechteckigen Grundbezirk aufgebaut, der durch kleine Steine vertikal gekennzeichnet wurde. In Einzelfällen waren niedrige Mauern mit einbezogen. Am Grund des Hügelgrabes wurde eine niedrige, kiesartige Schicht eingezogen, die der Isolierung des Toten vom natürlichen Untergrund diente und ebenso dem Ausgleich der Bodenunebenheiten. Die größeren Steine und auch das Innere der Konstruktion wurde in Ihren natürlichen Hohlräumen mit kleinen Steinen gefüllt. Darauf setzte die Steinkonstruktion auf, die die Decke des Grabes bildete.

Nordsüdausrichtung in Leichentüchern

Hauptsächlich menschlichem Einfluß ist es zu danken, daß diese Oberbaukonstruktion nirgends mehr erhalten geblieben ist. Die Ausrichtung der Gräber und der Toten ging in alle Richtungen, wobei die Nordsüdrichtung in 34,8% der Fälle bevorzugt wurde. Auf einem Gelände, den Los Goros, ausserhalb der Nekropolis von Gran Canaria wurden die Toten für die Bestattung vorbereitet. Trotz der Zerstörungen konnte man feststellen, daß offenbar pflanzliches Gewebe bei der Bestattung eine Rolle spielte und in manchen Fällen die Toten offenbar bekleidet sein mussten. Auch für die Existenz eines Leichentuches gibt es Hinweise. Von Frau Dr. Ilse Schwidetzky wurden die Schädel dem mediteranen Typus zugesprochen. Der cromanoide Typus wurde jedoch nicht ausgeschlossen.

Dicke Lippen, kleiner Mund und kurze Arme

Die Toten von Arteara hätten zu Lebzeiten wohl so ausgesehen. Die Körpergröße hätte wohl 1,65 m nicht überschritten. Der Körper war langezogen im Vergleich zu den kurzen Armen und Beinen. Die Hautfarbe war braun. Die Gesichter könnte man als oval, lang und schmal bezeichnen. So schlank wie die Nasen waren, so dick waren die Lippen. Der Mund war klein und auch die Ohren eher zurückhaltend in Ihrem Ausmaß. (Trotz alledem wird von den Anthropologen dieser Typus als moderner betrachtet als der Cromanoide, wissenschaftlich betrachtet !).

Was man sonst noch so hört

Über die rötlichen Gräber mußte sich zu Zeiten der Altkanaren eine gelbe Staubschicht nach und nach aufgelagert haben. Man hört auch davon, daß ein zentral gelegenes Hügelgrab besonders groß gewesen sein soll. In diesem sollte der König bestattet worden sein. Interessant ist in diesem Zusammenhang zu nennen, daß man bei der Recherche der Anzahl der Hügelgräber auf verschiedene Angaben trifft. Man spricht von 800 oder über 1000 oder über 2000 Hügelgräber. Die Gräber wo die Toten niedergelegt wurden, waren nicht nur Grabstätten sondern Orte der Trauer, des Weinen und der Hoffnung. Vielleicht deutet das auf einen Glauben auf ein Leben nach dem Tod hin. Man vermutet auch, daß die heiligen Stätten ebenso wie die Grabstätten der Altkanaren nach Sonnenständen und vielleicht auch anderen astronomischen Erscheinungen ausgewählt wurden. Man sagt am Tage der Sommersonnenwende würde die Totenstadt von der aufgehenden Sonne voll beschienen. War das nur ein Zufall oder Absicht bei der Auswahl der Lage der Nekropolis von Arteara ?


In der gleichen Region auf Gran Canaria gibt es weitere interessante archaeologische Fundstellen wie zum Beispiel: Cueva del Solapon, Tumulo de Amurga, Cueva Oasis Arteara, Cuevas de los Pasos, Cueva Funeraria Amurga und die Cueva del Rey.

Heute sieht man kaum noch etwas von den Strukturen der Totenstadt wenn man auf der Strasse in Richtung Arteara auf Gran Canaria fährt. Kurz vor Fataga blicken Sie kurz nach links und achten Sie auf eine rötliche Steinlandschaft, die irgendwie einen homogenen und zusammenhängenden Gesamteindruck hinterläßt. Wenn Sie es erkennen können, dann blicken Sie auf die Überreste der Nekropolis von Arteara auf Gran Canaria.

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