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Vom Paradies direkt in den tödlichen Schlaf

Wandern mit Realitätsbezug. Hundealptraum auf dem Pico de las Nieves auf Gran Canaria. 4 sind tot.

Vier der jungen Podencos sind tot. Eine notwendige Amtshandlung als Schutzmaßnahme. Es gibt zu viele freilebende Podencos. Sterilisation für Hundeherrchen zu teuer oder nicht durchführbar. - Von Roland - in: Canidae (Hunde), Fauna, Wander-Gedanken

Nun ist es vorbei mit dem 4 Sterne All Inclusive Podenco-Paradies mit Freizeitanimation auf dem Pico de las Nieves auf Gran Canaria.

Schlafender Podenco auf Gran Canaria

Schlafender Podenco auf Gran Canaria. © Foto von Roland Weimer.

Wie schnell aus einem Hundeparadies ein Hundealptraum mit tödlichem Ende werden kann, sieht man auf dem Pico de las Nieves auf Gran Canaria. Der Pico de las Nieves der höchste Berg auf Gran Canaria hat seit ca 4 Jahren ein Maskottchen. Jeder Wanderführer oder Wanderer kennt Sie, Carola, eine Hündin der Rasse Podenco Canario auf Gran Canaria. Ihr könnt über die Geschichte dieser Hündin hier etwas nachlesen. Diese freilebende Podenco-Hündin hatte im Jahre 2010 fünf Junge zur Welt gebracht. Siehe hier.Was alle vorausgesehen haben, ist nun eingetreten. Nach Auskunft eines Ortskundigen sind nun 4 der Welpen tot.

Nein diese Podencos schlafen noch natürlich.

Diese Podencos schlafen natürlich. © Foto von Roland Weimer.

Interessanterweise sollen die Hunde Kinder auf dem Pico de las Nieves belästigt haben, man sagt angesprungen. Das führte offenbar zu einer Anzeige in Las Palmas, sagt man ? Wer die Podencos kennt, weiß, daß dies nicht zum Verhalten dieser extrem scheuen und agressionslosen Windhundrasse passt. Desweiteren soll eine Person in Las Palmas für die Hunde auf dem Pico de las Nieves Geld gesammelt haben. Das führte angeblich zu einer weiteren Anzeige. Der Wahrheitsgehalt ist nicht überprüfbar.

Eine notwendige Amtshandlung aber sicher keine schöne Arbeit.

Nach Auskunft eines Ortskundigen kam nun der Veterinär und hat es geschafft, vier der sehr scheuen,  jungen Podencos mittels Betäubung einzufangen. Carola und ein junger Podenco jedoch konnten entkommen. Eine notwendige Amtshandlung aber sicher keine schöne Arbeit.

Sterilisation wäre die Lösung

Das Kernproblem liegt darin, daß es zu viele freilebende Podencos gibt und nur wenige der Hundeverantwortlichen bereit sind das Geld für eine Sterilisation zu bezahlen. Also werden immer mehr Hunde geboren und landen im Tierheim oder werden bei Agressivität sofort eingeschläfert.

Schlafende Podencos auf dem Pico de las Nieves

Schlafende Podencos auf dem Pico de las Nieves. © Foto von Roland Weimer.

Man muss dazusagen, daß es sehr schwierig ist eine freilebende Podencohündin einzufangen, zu sterilisieren und anschließend wieder dort auszusetzen wo sie frei lebte. Das selbsternannte Herrchen, das nun nicht mehr auf dem Pico arbeitet, hätte das nur schwer durchsetzen können.

Der perfekte Kaninchenjäger

Übrigens: Die Windhundrasse Podenco Canario gehört zu den wenigen Hunden, die in der Lage sind in unzugänglichem Gelände “mühelos” ein Kaninchen zu fangen. Wir haben das oben am Pico de las Nieves beobachten können. Das bedeutet, daß ein Podenco auch ohne menschliche Hilfe im Gebirge von Gran Canaria überleben könnte.

Fotos der Überlebenden (Carola und das überlebende Junge) werde ich in Kürze publizieren.

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Roland

Hallo Carolina,
ja das ist eine traurige Geschichte. Wo soll man den Schuldigen suchen. Ein ganzes Land an sich trägt keine Schuld. Eher die einzelnen Menschen, die direkt oder indirekt damit zu tun hatten. Es fühlt sich keiner für die Hunde verantwortlich. Dennoch wurde die Hündin immer gefüttert. Aber es gab keinen, der sich um eine Sterilisierung gekümmert hätte. Das kostet ja Geld. Es gibt viele streunende Hunde. Die bieten ein jämmerliches Bild. Viele vermehren sich wenn Sie in der Nähe von Touristen gefüttert werden. Dann gibt es noch mehr. Keiner will Sie haben. Also wohin damit ? Ins Tierheim ? Man sieht so manches und manchmal noch schlimmeres. Das werde ich den Lesern aber hier ersparen.

Im übrigen hatte ich eine nette Wanderfamilie, die einen oder zwei ? mitnehmen wollten. Ich hatte auch Kontakt mit einer deutschen Tierschützerin auf Gran Canaria vermittelt und die Familie hatte einen Termin ausgemacht. Die Urlauber hatten sich mit Ihr am Flughafen verabredet um zu einem Tierarzt zu fahren, der die Ausreisevorbereitungen für die Hunde erledigen sollte. Die Familie hat stundenlang am Flughafen gewartet. Die Frau kam nicht und so ist alles ins Wasser gefallen. Telefonisch war sie danach auch nicht mehr zu erreichen. Enttäuschend. Zuverlässigkeit ist eine Tugend.

Carolina Ihler

Hallo und guten Abend,

wandern – Urlaub machen – in einem solchen Land?!!!
Dieser XXXXX hat sicherlich kein Betäubungsgewehr benutzt, um die kleinen Welpen damit zu “erlegen”, diese XXXXX habe sie bestimmt sofort abgeschossen.
So etwas unterstützt man nicht, um sich dort als Tourist die Ferien zu “versüßen”!
Derartige Länder sollte man meiden. Ich betreibe seit Jahren Tierschutz – mein kleiner dankbarer Poddi aus Fuerte könnte Vieles erzählen… – und weiß, von was ich spreche.
Ganz zufällig fand ich ihn – angekettet auf 1,10 m – mit zwei anderen – mitten auf einem Feld – oberhalb einer Schnellstraße – ohne Schutzmöglichkeit, ohne Wasser und Futter, dem Tod ausgeliefert. Dem Besitzer war wohl sogar das Aufhängen der Hunde zu umständlich! Gut, dass ich ihm persönlich nie begegnete. Noch besser, dass alle drei fast verhungert – einem waren die wichtigsten Organe durch Tritte verletzt worden, Dank sofortiger Op in Deutschland hat er überlebt – zwei Wochen später immer noch dort waren, als ich nochmals hin flog, um sie zu holen…So konnte ich sie nachts beruhigen und in der Früh befreien. Ab in den Flieger und Richtung Paradies.
WIE konnte DAS mit den Welpen passieren? Hat Keiner hingeschaut?

Grüße aus München,
Carolina Ihler mit Fritz Fuentes