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Wanderung im Barranco von Guayadeque bis zur Caldera de los Marteles

Blick ins Tal von Guayadeque im mittleren Abschnitt. Im Vordergrund eine Mandelblüte.

Blick ins Tal von Guayadeque im mittleren Abschnitt. Im Vordergrund eine Mandelblüte.

Die Schlucht von Guayadeque auf Gran Canaria ist für Wanderer eine der bekanntesten und beliebtesten.  Nicht zuletzt wegen Ihrer canonartigen Schönheit und Ihrer geschichtlichen Vergangenheit. Der sehr lange Barranco von Guayadeque auf Gran Canaria fängt mit einem breiten Küstenabschnitt an und endet hoch oben am Marteles Krater im Zentrum von Gran Canaria. Eines der wenigen Vulkankrater auf Gran Canaria, die man noch deutlich erkennen kann. Das Schluchtbecken erreicht eine Breite von ca 2000 m. Im mittleren Abschnitt gewinnt man den Eindruck sich in einem Canon zu befinden, dessen senkrechte Wände auf beiden Seiten bis zu 400m steil aufsteigen. Oben am Krater laufen diese Steilfelsen langsam aus.

Aeonium simsii auf zerkfüfteten Vulkangstein.

Aeonium simsii auf zerkfüftetem Vulkangestein.

Auf dem Weg nach oben findet man viele Materialien der Entstehungsgeschichte, wie zum Beispiel große Basaltabstiche und durch Pyroklasten alter Vulkankegel entstandenes Tuffgestein. Diese Gesteineinschlüsse haben wohl eine wichtige Rolle für die Ureinwohner gespielt, konnten Sie hier doch besonders leicht Ihre Höhlenwohnungen in den Felsen treiben. Diese einzigartigen Höhlen sind bis heute noch erhalten und tragen die Namen Cueva Bermeja, Cuevas Muchas und Montana de las Tierras. Diese Höhlen wurden als Wohnungen, Getreidespeicher und auch als Grabstätten genutzt.

Die Höhlenkapelle im Barranco de Guayadeque. Links hoch kommt man an heute noch bewohnte Höhlenwohnungen vorbei. Hier leben Bauern, die Ihren selbstgemachten Honig verkaufen und sogar ein echtes kanarisches Schwein halten.

Die Höhlenkapelle im Barranco de Guayadeque. Links hoch kommt man an heute noch bewohnten Höhlenwohnungen vorbei. Hier leben Bauern, die Ihren selbstgemachten Honig verkaufen und sogar ein echtes schwarzes kanarisches Schwein halten.

Deshalb hat der Barranco de Guayadeque auf Gran Canaria den Schutzstatus “Parque Arqueologico” erhalten. Zum Wandern eignet sich der Barranco besonders gut, weil er uns vielfältige Eindrücke präsentiert. Oft wenn es im Norden schlecht ist, scheint im Barranco der Guayadeque die Sonne. Deshalb wird die Landschaft zunächst einmal von den Blattkakteen Opuntia ficus indica und der Agave americanus geprägt. Ab dem Zentrum aufwärts und in den steilen und unzugänglicheren Abschnitten findet man den Palo de Sangre (Marcetella moquiniana), dessen Früchte an vergrößerte rote Blutkörperchen erinnern und die endemische Escobilla (Kunkeliella canariensis). Zum Einkehren laden zahlreiche Höhlenrestaurants ein.

Gallotia stehlenii, die kanarische Rieseneidechse. Wir hatten Sie gerade dabei beobachtet, wie Sie auf dem Stamm nach oben geklettert ist und dort oben Mandelblüten des benachbarten Mandelbaumes gefressen hat. Gallotia stehlenii fressen nicht nur Insekten sondern auch Obst, Gemüse und Blüten.

Gallotia stehlenii, die kanarische Rieseneidechse. Wir hatten Sie gerade dabei beobachtet, wie Sie auf dem Stamm nach oben geklettert ist und dort oben Mandelblüten des benachbarten Mandelbaumes gefressen hat. Gallotia stehlenii fressen nicht nur Insekten sondern auch Obst, Gemüse und Blüten.

Wanderung im Barranco de Guayadeque hoch zur Caldera de los Marteles.



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Großblütiger Scheinkrokus (Romulea bulbocodium). Blüht im Frühjahr, vor allem im Februar in lichten Kiefernwäldern.

Großblütiger Scheinkrokus (Romulea bulbocodium). Blüht im Frühjahr, vor allem im Februar in lichten Kiefernwäldern.

Barranco oder Valle ?

Barranco nennt man auf Spanisch tiefe Schlucht und ein Valle ist ein flaches Tal. Sieht man den canonartigen Barranco de Guayadeque, so drängt sich einem die Frage auf, wie konnten derartig große und radiale Erosionsrisse an den Steilhängen der Vulkankegel entstehen ? Gewaltige Wassermassen müssen in früheren Zeiten an der Entstehung dieser Barrancos gearbeitet haben oder vielleicht waren es auch Lavaströme der Vulkane, die am Rande erkalteten und im Inneren weiter abwärts flossen.

Ein Blick auf einen Felsen in der Nähe unseres Wander-Startpunktes. Unten sieht man giftige Wolfsmilchgewächse.

Ein Blick auf einen Felsen in der Nähe unseres Wander-Startpunktes. Unten sieht man giftige Wolfsmilchgewächse.

Charakteristik und Besonderheiten der Wanderung im Barranco de Guayadeque
Diese Wanderung beginnt im mittleren Abschnitt des Barrancos und führt bis hoch zum Krater de los Marteles, von wo wir dann durch Kieferwald auf einem anderen Weg wieder in den Barranco de Guayadeque zurückwandern. Die Wege sind zum Teil gut ausgebaut und steinig. Die Wanderung ist sehr abwechslungsreich, wir sehen zwei verschiedene Vegetationsformen und die für den Barranco de Guayadeque charakteristische Flora. Im Anschluß besteht die Möglichkeit zur Einkehr in eines der Höhlenrestaurants und zur Besichtigung einer Höhlenkapelle und eventuell auch einer Höhlenwohnung. Für den besonders Interessierten steht ein Informationszentrum zur Kulturgeschichte bereit.

Ein schöner mit Steinen gepflasterter Wander Weg.

Ein schöner mit Steinen gepflasterter Wanderweg.

Schwierigkeitsgrad der Wanderung
Technisch ist diese Wanderung einfach. Der Aufstieg von über 600m zu Beginn der Wanderung erfordert eine stabile Grundkondition. Es gibt keine gefährlichen Abschnitte. Am letzten Stück des Aufstieges kommt man kurz auf ein steiles und mit Rollsplit bedecktes Feld. Hier sollte man vorsichtig sein. Festes Schuhwerk ist in jedem Falle nötig, weil große Wanderabschnitte mit Natursteinen gepflastert sind. Das ist eine Ganztageswanderung von ca 12 km.

Weiter oben kommen wir in die Kiefernwaldzone. Hier ein Blick zurück in Richtung Barranco de Guayadeque.

Weiter oben kommen wir in die Kiefernwaldzone. Hier ein Blick zurück in Richtung Barranco de Guayadeque.

Logistik
Wir holen Sie vom Hotel ab und fahren durch den canonartigen Abschnitt des Barranco hoch zu unserem Startpunkt. Auf dem Weg dorthin kommen wir durch Agüimes, ein schöner Ort  Gran Canarias. Sie können sich hier mit Proviant eindecken. Sie können damit rechnen, daß Sie wieder zwischen 17 und 18 Uhr im Hotel sind, wenn nichts dazwischen kommt. Wenn alle damit einverstanden sind, können wir auch in einem der Höhlenrestaurants typisch kanarische Küche probieren.

Agave americanus am Wanderweg

Agave americanus am Wanderweg

Wanderung
Vom Startpunkt aus wandern wir auf einem gut ausgebauten Weg leicht aufwärts mit guten Ausblicken nach links in den Barranco de Guayadeque. Hier kann man auch Mandelbäume sehen und die für den Barranco de Guayadeque charakteristische Zusammensetzung der Flora. An einer Abzweigung gegenüber eines verlassenen Bauernhäuses wandern wir links aufwärts und man kann sich für eine längere oder steilere Aufstiegsvariante entscheiden. Wir schlängeln uns auf ruralen, teilweise mit Steinen gepflasterten Wegen hoch und sehen bald die ersten Kiefern. Ein vielseitiger Wander-Abschnitt auf dem es einiges zu entdecken gibt. Dann betreten wir die Kiefernwaldzone. An einer Finca rechts wandern wir das letzte etwas steilere Stück aufwärts bis hoch zum Krater de los Marteles.

Am Wegesrand entdecken wir oft Vinagrera Büsche (Calcosa) lat. Rumex lunaria. Das ist ein endemischer Busch, dessen Blätter und Blüten bei Mandel und Halsentzündungen in Form von Tee und Gurgelwasser eine deutliche Wirkung zeigen. Die Büsche sind häufig schon abgeerntet.

Vinagrera Busch (Calcosa) lat. Rumex lunaria. Das ist ein endemischer Busch auf Gran Canaria mit Heilwirkung bei Hals und Mandelentzündung.

Wir untersuchen den Einsturzkrater und gehen in lichtem Kiefernwald weiter bis wir auf offenes Gelände kommen und kurze Zeit später wandern wir auf einem Nordhang, mit guten Ausblicken in den Barranco von Guayadeque, in Richtung unseres baldigen Abstiegs. Dieser Weg am Nordhang ist reizvoll und hat eine besondere Flora. Am Wegesrand entdecken wir oft Vinagrera Büsche (Calcosa) lat. Rumex lunaria. Das ist ein endemischer Busch, dessen Blätter und Blüten bei Mandel und Halsentzündungen in Form von Tee und Gurgelwasser eine deutliche Wirkung zeigen. Die Büsche sind häufig schon abgeerntet.

Im sonst recht trockenen Barranco de Guayadeque fängt im Frühjahr eine üppige Blütenzeit an.

Im sonst recht trockenen Barranco de Guayadeque fängt im Frühjahr eine üppige Blütenzeit an.

Diashow einer Wanderung im Barranco de Guayadeque. Zum schnellen Bildwechsel ziehen Sie die Maus schnell über das Bild.


Extras - im Preis inclusive

  • Ausleih Wanderstöcke *
  • Ausleih Regenjacke

* können Sie nach der Wanderung kaufen


Weitere Details zu:

Wir machen kein Trekking im Hochgebirge. Deshalb brauchen Sie für unsere Wanderungen auch keine besondere Ausrüstung. Wenn Sie wollen nicht einmal einen Rucksack. Je nach Wanderung empfiehlt sich jedoch eine optimale Kleidung. Ich weise Sie bei Buchung auf eventuelle Besonderheiten hin.

  • festes Schuhwerk, gutes Profil od. ein stabiler Sportschuh
  • sportliche Kleidung (z.B. Reissverschluss-Hose verkürzbar)
  • Ersatz Shirt
  • leichter Pullover
  • leichte Windjacke bzw. Anorak
  • Kopfbedeckung
  • Sonnenbrille
  • Sonnenschutzcreme
  • Trinkwasser
  • Pausensemmel
  • Taschengeld zum Einkehren

nur wenn Sie wollen

  • leichter Tagesrucksack
  • eigene Trekkingstöcke
  • Kamera
  • WC-Papier

 

Häufig gestellte Fragen zum Wandern auf Gran Canaria >>>

Haben wir Sie neugierig gemacht ? Vielleicht haben Sie Lust mit uns auf eine Entdeckungsreise zu gehen. Keine Sorge wir können auch ohne zoologischen oder botanischen Informationsstreß nur die Landschaft, die Natur und den Tag genießen.

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